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Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin-Spandau)

MiG 29 G Fulcrum, Mikojan Gurewitsch: Beutegut der BRD gegenüber der DDR

MiG 29 Fulcrum

Technische Daten: Bezeichnung in der Luftwaffe MiG-29 G / GT

Hersteller: Mikojan - Aufgaben: Abfangjäger - Besatzung: 1 - Abmessungen: Spannweite: 11,36 m - Länge: 17,32 m - Höhe: 4,73 m - Antrieb: 2 x Klimow RD 33 - Schub: ohne Nachbrenner je 5.400 kp, mit Nachbrenner je 8.300 kp - Schub insgesamt 16.600 kp - Masse: Leergewicht: 10,9 t - max. Startgewicht: 18.480 kg - - Kraftstoffvorrat: 3.200 kg ohne Zusatztank, 4.200 kg (5.250 l) mit Zusatztank - Flugleistung: Geschwindigkeit: 2,35 Mach max. - Steigleistung: von 0,0 m auf 6.000 m in 55 sek - Startgeschwindigkeit: 260 Km/h - Landegeschwindigkeit: 260 Km/h - Kürzeste Startstrecke: 270 m (900 ft) - Landestrecke: 700 m (2.300 ft) - Reichweite mit Zusatztank: 1.300 km (700 NM) - G-Belastung: +9 g / -3 g - Gesamtstückzahl: 1.270, davon Luftwaffe: 24

Bewaffnung: Bordkanone 30mm mit 150 Schuß, 6 Außenstationen.

Ausrüstung: Opto-elektronischer Zielgerätekomplex, Blickfelddarstelllung (HUD), Feuerleitanlage, Quantenoptischer Zielgerätelaser, Impuls-Doppler-Radar, Helmvisier, Radarwarngerät

Aufgabe: Die Aufgabe der MiG-29, und allgemein aller Jagdverbände, ist im Frieden das sogenannte 'Air Policing', die Überwachung der Lufthoheit. Im Krisenfall erfolgt diese Aufgabe in erhöhtem Zeitaufwand. Im Kriegsfalle jedoch sind neben des 'Air Policing' auch noch andere Aufgaben zu bewältigen. So fangen sie feindliche Luftangriffverbände ab oder bieten Geleitschutz für verbündete Bomber und Angriffsflugzeuge.

Beschreibung:                              weitere MiG-29
(ILA 2002) weitere MiG-29
(Schönefeld)

  • Einsitziges, zweistrahliges Jagdflugzeug, optimiert für die Frontluftverteidigung
  • Konventionelle Auslegung von Zelle und Subsystemen, konventionelle
    Avionik/Cockpit-Auslegung
  • Im Rahmen eines deutsch/russischen Joint Venture:
     Betreuung/Instandhaltung von Flugzeug und Komponenten
     Leistungsverbesserungen
     Logistische Versorgung

Der Jungfernflug der MiG 29 fand 1978 bei Mikojan-Gurewitsch nahe Moskau statt. Seit dem ersten Auftritt im Westen im finnischen Rissala 1986 hat dieser Jäger (NATO-Code Fulcrum) immer wieder für Aufsehen gesorgt. Nach der Deutschen Einheit übernahm die Luftwaffe 20 einsitzige MiG 29A und vier doppelsitzige Trainer MiG-29UB von der NVA. Im Rahmen der Ausrüstung der Maschinen für den Flugbetrieb im westlichen Luftraum erhielten die deutschen Fulcrums die Bezeichnung MiG-29G (für Germany) und MiG 29GT (Germany/Trainer). Ab dem Jahr 2002 wird die MiG 29 durch den Eurofighter abgelöst.

Das Cockpit wurde nach der Übernahme aus den GUS-Staaten (bzw. NVA) völlig überarbeitet und westlichem Standard angepasst. Mit dieser Version hat sich die MiG-29 endgültig vom reinen Abfangjäger zum Mehrzweck-Kampfflugzeug gemausert. Sie erhielt ein modernes Glas-Cockpit sowie verbesserte Avionik mit “offener” Architektur. So läßt sich die Maschine schnell von Luft-Luft auf Luft-Boden-Lenkwaffen umrüsten. Die erste Serienmaschine verfügt bereits über schubstärkere Triebwerke RD-43 sowie eine Nachtanksonde.

deutsche Geschichte der MiG-29: 1990 bahnte sich mit der Wiedervereinigung Deutschlands etwas aussergewöhnliches an. Die westdeutsche Bundeswehr sollte Gerät der ostdeutschen Nationalen Volksarmee übernehmen. Gemäß einiger Regeln wurden diese Waffensysteme ausgewählt. Letztendlich traf es die Luftwaffe am besten: sie 'durfte' 24 MiG-29 'Fulcrum'-Jagdflugzeuge übernehmen, eines der besten Flugzeuge der Welt. Einige Monate wurde das Flugzeug beim 'Erprobungsgeschwader MiG-29' in Preschen auf Herz und Nieren geprüft; TAUGLICH! Alle Flugzeuge wurden daraufhin nach Laage bei Rostock verlegt und der Verband in 'Jagdgeschwader 73' umbenannt. Da auch das Jagdbombergeschwader 35 so getauft wurde, war eine Zusammenlegung dieser beiden Verbände geplant. Dieser erfolgte letzendlich 1993. So verrichten nun 22 MiG-29 (zwei abgestürzt) und 16 F-4F Phantom II nebeneinander ihren Dienst beim Jagdgeschwader 73 'Steinhoff. 

MiG 29 G Fulcrum

Geschichte der Entstehung:

1972 begann man in der Sowjetunion über eine neue Jägergeneration. Auslöser waren die Projekte der späteren McDonnell Douglas F-15 und Lockheed Martin F-16. Mit dem ins Leben gerufenen Programm PFI (Fortgeschrittenes Frontjagdflugzeug) sollte ein Jäger geschaffen werden der Bomber über weite Entfernungen eskortieren konnte und bei Bedarf in der Lage war, Streifzüge bis zu 300 km tief über gegnerischen Gebiet durchzuführen. Ferner mußte der PFI in der Lage sein jeden bekannten und zukünftigen Jäger des Westens zu schlagen. Das Programm zielte auf einen leichten und in großer Stückzahlen zu bauenden Jäger. Er sollte die Deckung der eigenen Bodentruppen und des Hinterlandes übernehmen.

Daraufhin wurden die Entwürfe der Suchoj Su-27, Mikojan-Gurewitsch MiG-29 und der Jakowlew Jak-45 und Jak-47 eingereicht. Nach dem Vergleich der Entwürfe entschied man sich bereits zwei Monate später für die Suchoj Su-27 als PFI (Fortgeschrittenes Frontjagdflugzeug) und für die Mikojan-Gurewitsch MiG-29 als PLMI (leichter Massenjäger).

Schon Im Jahr 1970 gab es Überlegungen im OKB Mikojan-Gurewitsch für einen Nachfolger der MiG-23. Dieser Neuentwurf der MiG-29 gewann auch die Ausschreibung. Der erste Prototyp hatte 1977/78 seinen Erstflug. Der Serienbau begann 1982 und die ersten Maschinen erreichten 1983 die sowjetischen Luftstreitkräfte. Die MiG-29 kann mehrere Luftziele erfassen und bekämpfen.

1984 begann die Entwicklung einer Version mit höherer Schlagkraft gegen Bodenziele. Die erste große Überarbeitung war die Entwicklung der MiG-29M. Die Erprobung wurde kurz vor dem Entwicklungsende abgebrochen.

Als Alternative wurde die MiG-29S auf der Basis der älteren Versionen der MiG-29 geschaffen. Parallel entwickelte man die trägergestützte Version MiG-29K. Mit der MiG-29SMT-2 entstand die dritte Generation der MiG-29.

Die MiG-29 wurden in die ehem. Ostblockstaaten Polen, Bulgarien, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und DDR-Deutschland geliefert. Aber auch nach Kuba, Nordkorea, Syrien, Iran, Irak, Jemen, Indien und Malaysia exportiert.

Bis jetzt wurden ca. 1.500 Stück aller Versionen der MiG-29 gebaut.

Versionen:

MiG 29 - 9.11 "RAM-L"

Prototyp - Erstflug 06.10.1977

MiG-29 (9.12) "Fulcrum-A"

1. Serienversion

MiG-29 (9.12A) "Fulcrum-A"

Exportversion mit der Avionik der MiG-23ML

MiG-29G (9.12A) - G = Germany

1992 - Bezeichnung deutscher MiG-29, die von der Firma DASA auf NATO-Standard umgerüstet wurden

MiG-29B (9.12B) "Fulcrum-A"

weitere Exportversion mit vereinfachter Avionik für Kunden außerhalb des Warschauer Packs

MiG-29UB "Fulcrum-B" (9.51)

1981 - 2-sitzige Trainerversion ohne Radar. Erstflug

MiG-29GT

1992 - deutscher BRD-Trainer MiG-29UB, der von DASA auf NATO-Standard umgerüstet wurden.

MiG-29C (9.13) "Fulcrum-C"

1984 - Weiterentwicklung mit vergrößertem Rumpf erhöhter Traglast und Zusatztanks

MiG-29M "Fulcrum-E" (9.12)

1986 - stärkere Triebwerken, verbessertes Kontrollsystem, erhöhte Angriffsfähigkeit und Radarschutzanstrich

MiG-29ME (9.15E / “MiG-33”)

nicht realisiert Exportversion der MiG-29M

MiG-29E (9.21)

1986 - Prototyp mit digitalem Cockpit

MiG-29MR

Projekt der MiG-29M als taktischer Aufklärer

MiG-29UBM (9.61)

nicht realisierte Trainerversion MiG-29M

MiG-29Sch

Erdkampfversion MiG-29M - max. Startmasse 25.500 kg

MiG-29K (MiG-29KWP)

1982 - Erprobung als Trägerflugzeug mit Verstärkung, reduzierter Startmasse und Fanghaken

MiG-29K (9.31) "Fulcrum-D" (9.31)

1988 - Trägervariante auf der Basis der MiG-29M mit Fanghaken und größerer Spannweite

MiG-29KU (9.62)

2-sitzige Trainerversion der Trägerversion MiG-29K, ohne Radar

MiG-29K (9.41)

verbesserte Trägervariante MiG-29K (9.31) mit Fly-by-wire-Steuerung

MiG-29KUB (9.47)

1984 - 2-sitzige Trainerversion der Trägerversion MiG-29K (9.41) mit Radar

MiG-29S "Fulcrum-C" (9.12S / 9.13S)

1990 - Umrüstung älterer MiG-29 mit modernem Radar und Luftbetankung u.a.

MiG-29SD "Fulcrum-A" (9.12SD)

1995 - Exportversion der MiG-29S

MiG-29N

Exportversion MiG-29SD für Malaysia mit Vorrichtung zur Luftbetankung durch die westliche "Hercules"

MiG-29NUB

2-sitzige Trainerversion der MiG-29N

MiG-29SE "Fulcrum-C" (9.13SE)

Exportversion MiG-29S mit höhere Treibstoffkapazität

MiG-29SM (9.13SM)

1995 - Version MiG-29S mit erhöhter Luft-Boden-Angriffsfähigkeit

MiG-29SMT (9.17)

1997 - Version MiG-29M mit größerem interner Tank u.a.

MiG-29SMT-2 (9.17-2)

Version der MiG-29SMT mit RD-43 Triebwerken und geringerem Verbrauch, Radarschutzanstrich u.a.

MiG-29SMTK (9.17K)

geänderte Trägerversion MiG-29K auf dem Standard der MiG-29SMT-2

MiG-29UBT (9.52)

1998 - 2-sitzige Kampftrainerversion der MiG-29SMT-2

MiG-29M1 (9.25 / 9.15D)

Version der MiG-29M als Mehrzweckkampfflugzeug

MiG-29M2 (9.25 Stufe 2 / 9.15D oder MiG-29MRCA)

2-sitzige Version der MiG-29M als Mehrzweckkampfflugzeug auf der Basis der MiG-29KUB

MiG-29M3 (9.25 Stufe 3 / 9.15D

Version der MiG-29M2 mit anderem Triebwerk

MiG-35 (9.35)

Bezeichnung der Exportversion der MiG-29M2

MiG-29 "Sniper"

2000 - Modernisierungsvariante von Aerostar (Rumänien), EADS (Deutschland) und Elbit (Israel)

MiG-29OWTg

Version der MiG-29SMT-2 mit steuerbaren Düsen

 

 

 

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