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Modifikation für die Versuche:
Ein Hubschrauber vom Typ Eurocopter 135 (EC 135) wurde grundlegend umgebaut. Das mechanische Steuerungssystem wurde durch ein elektrisches und optisches (fly-by-wire/fly-by-light) Primärsteuersystem ersetzt, das höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt. Zusätzlich ist noch ein mechanisches Notsteuersystem vorhanden. Das Cockpit wurde für die Arbeitsplätze eines Sicherheitspiloten (links) und eines Versuchspiloten (rechts) modifiziert. Anstelle der Passagiersitze wurde der Arbeitsplatz eines Flugversuchsingenieurs eingerichtet. Der übrige Raum und der Laderaum werden weitgehend für das Experimentalsystem und zusätzliche Sensoren für den Versuchsbetrieb genutzt. Am 7. November 2002 wurde der Fliegende Hubschrauber Simulator (FHS) am DLR-Standort Braunschweig offiziell übernommen und steht damit für die Nutzer bereit.
Beschreibung der Versuche:
Im November 2002 wurde beim DLR in Braunschweig der neue Forschungs- und Versuchshubschrauber FHS, Fliegender Hubschrauber Simulator, in Betrieb genommen. Nach intensiver Zusammenarbeit von ECD, LLI, BWB und DLR zur Planung und Entwicklung hat der Hubschrauber, der auch als Demonstrator für aktive Steuerungstechnologie dient, nun seine ersten Nutzungsprogramme mit Erfolg durchgeführt.
Der FHS basiert auf einer Eurocopter-Serien EC135, die für die Verwendung als Forschungs- und Versuchsgerät erheblich modifiziert wurde. Die mechanische Steuerung wurde entfernt und durch eine elektrisch/optische Steuerung (fly-by-wire/fly-by-light) ersetzt. Damit ist der FHS der erste Hubschrauber mit diesem zukunftsweisenden Steuerungssystem. Das Cockpit wurde so gestaltet, dass Platz für den Sicherheitspiloten (vorne links), den Versuchspiloten (vorne rechts) und den Flugversuchsingenieur (hinten rechts) ist. Eine umfangreiche Ausrüstung mit Sensoren und Anlagen zur Datenaufzeichnung und -verarbeitung an Bord liefern die Basisdaten für die speziellen Flugversuchsaufgaben. Damit stehen den Nutzern und Ingenieuren für die Analyse zahlreiche Messdaten sowohl an Bord als auch am Boden (über Telemetrie) zur Verfügung.
Das Steuerungssystem besteht aus zwei Anteilen, dem Kernsystem und dem Experimentalsystem. Durch diese Architektur werden 2 wesentliche Bedingungen erfüllt:
- Die Sicherheit wird durch das 4-fach redundante Kernsystem gewährleistet. Es überwacht alle Steuereingaben bevor sie zu den hydraulischen Stellantrieben geleitet werden und erfüllt die hohen Sicherheitsanforderungen für eine zivile Zulassung.
- Die Flexibilität wird durch das Experimentalsystem erreicht. Es erlaubt eine einfache Anpassung an die jeweiligen Nutzerwünsche, so dass der FHS für vielfältige Zwecke verwendet werden kann.
Vorteile der “fly-by-light“ Technologie:
Die digitale optische Signalübertragung wird erstmalig und konsequent in einem Hubschrauber verwendet. Sie hat drei wesentliche Vorteile:
- Hohe Immunität gegen Störungen durch elektromagnetische Einwirkungen (z.B. Rundfunk-sender),
- Sichere Übertragung grosser Datenmengen (hohe Bandbreite).
- Geringeres Gewicht im Vergleich zu bisherigen Systemen.
Mit dem FHS werden grundlegende Erfahrungen mit dieser Technologie im operationellen Betrieb gewonnen. Dies betrifft u.a. die Zuverlässigkeit aller Komponenten (Kabel, Stecke), die Handhabung, Testmöglichkeiten und Fehlererkennung.
Grundsätzliche Fähigkeiten des FHS:
- Fliegende Simulation:
1) Simulation des Flugverhaltens anderer Hubschrauber unter realen Umgebungsbedingungen.
2) Realisierung und Test unterschiedlicher Flugführungs- und Regelun-Systeme
- Versuchsträger für neue Technologien:
Variabel einsetzbarer Experimental-Bordrechner. Frei programmierbare Multifunktionsdisplays („Glascockpit“). Untersuchungen zu neuen Sensoren und aktiven Steuerungen (side stick). Leistungsstarke Datenverarbeitung und -aufzeichnung. Mobile Infrastruktur. Flyby-light Technology. Intelligente Stellantriebe (smart actuators).
Einsatz des FHS für Tecnologie-Entwicklung und -Demonstration:
- Entwicklung von adaptiven Reglern für effektive Aufgabenerfüllung und erhöhte Missionsleistung, Pilotenunterstützung und Flugbereichswarnung, fortschrittliche Autopilotenfunktionen und Flugmanagementsysteme.
- Integration und Test neuer Sensoren, Displays und Display-Formate. Untersuchungen zu aktiven Steuerorganen und weiteren Komponenten und Funktionen aktiver Steuerungstechnik.
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