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Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin-Spandau)

Swift S-1: kunstflugtaugliches Segelflugzeug von 2003 aus Polen

Swift S-1

Technische Daten:

Spannweite

12,68 m

Länge

6,91 m

Flügelfläche

11,73 m2

V-Stellung der Flügel

0 Grad

Flügeltiefe an der Wurzel

1,31 m

Mittlere Flügeltiefe

0,98 m

Querruder-Spannweite

3,678 m

Querruder-Fläche

0,864 m2

Bremsklappen-Flche

0,115 m2

Höhenleitwerk:

.

   Spannweite

3,05 m

   Fläche

1,665 m2

Höhenleitwerkseinstellwinkel

- 2,5 Grad

Seitenleitwerk:

.

   Höhe

1,28 m

   Fläche

0,911m2

   Seitenruder-Fläche

0,601m2

Rumpf:

.

   Rumpflänge

6,91 m

   Rumpfbreite

0,61 m

   Cockpithöhe

0,86 m

   Hauptrad

350 x 135 oder 5.00-5

   Spornrad

200 x 50

Massen (Gewichte):

.

   Leergewicht

300 kg

   Max. Zuladung

115 kg

   max. Abflugmasse

410 kg

   min. Abflugmasse

347 kg

   Ballast in der Rumpfspitze

6,5 kg max.

   max. Flächenbelastung

35 kg/m2

   G-Belastung

+ 10 / - 7,5

Gleitzahl

0,95m/s bei 86km/h

Beschreibung:

Die „Swift S-1“ ist ein einsitziges, voll kunstflugtaugliches Hochleistungssegelflugzeug aus glasfaserversträktem Kunststoff. Es ist ein polnisches Segelflugzeug, das vom Luftfahrt-Bundesamt in der Kategorie Kunstflug zugelassen wurde. Der Musterzulassungsschein wurde im September 2003 ausgestellt.

Das Geheimnis der Überlegenheit des Swift liegt ganz klar in der Flügelgeometrie. Streckung und Zuspitzung sind für hohe Rollrate optimiert. Die Flügelvorderkante ist rechtwinklig zum Rumpf und liegt knapp unter Augenhöhe des Piloten, der so durch einen Blick zur Seite Richtung Horizont mühelos seine exakte Fluglage überprüfen kann. Die voll aerodynamisch und masseausgeglichenen Querruder erstrecken sich über fast 2/3 der Spannweite. Diese Querruder verleihen dem Swift eine unerreichte Rollwendigkeit, wobei die Handkräfte mit zunehmender Geschwindigkeit kaum ansteigen.

Zakłlad Remontow Produkcji Sprzetu Lotniczego (ZRPSL) ist ein polnisches Spezialwerk für die Herstellung von Kunststoffteilen und Flugzeugen. Die Firma wurde 1986 in Bielsko, Polen von Edward Marganski gegründet. Man beschäftigte sich zunächst mit der Reparatur von Segelflugzeugen.

Das Angebot erweiterte man um den Wiederaufbau und Nachbau historischer Flugzeuge, unter anderem für das polnische Luftfahrtmuseum in Krakau.

1990 wurde ein Vertrag mit der Swift Ltd, einem englischen Segelflugzeughersteller geschlossen, der die Entwicklung eines neuen kunstflugtauglichen Segelflugzeuges in Polen, der Swift S-1 zum Inhalt hatte. Kurz darauf erteilte die Fa. MDM Ltd. einen ähnlichen Auftrag für die Entwicklung eines zweisitzigen Segelflugzeuges, der MDM-1 Fox, dem ersten weltweit, das auch doppelsitzig für das komplette Kunstflugprogramm zugelassen wurde. Jerzy Makula gewann auf dieser Maschine 1993 seine 5. Segelkunstflugweltmeisterschaft.

Swift S-1

(Auszug aus dem Original-Handbuch)

Flügel: 
Die Flügel sind zweiteilig, trapezförmig und stark zugespitzt. Der Flügelaufbau besteht aus einem Haupt- und einem Hilfsholm mit einer Schale in Sandwichbauweise. Der Hauptholm ist als Doppel-T-Profil mit einem Steg aus GFK ausgeführt. Die Holmverbindung besteht aus einer Zunge-Gabel-Verbindung mit zwei horizontalen Bolzen, die jeweils durch die vorderen und hinteren Bolzenaugen gehen und gleichzeitig die Flügel mit dem Rumpf verbinden. Die „Friese“-Querruder haben eine konstante Tiefe und wirken über 50% der Spannweite. Sie sind fünffach gelagert, besitzen einen Antrieb und sind teilweise massenausgeglichen. Die Querruder bestehen aus einer Sandwich-Schale ohne zustzliche innere Versteifungen. Die einteiligen Bremsklappen fahren nur aus der Flügeloberseite aus. Das Abdeckband wird mit Stiften und Federn auf der metallenen Bremsklappe gehalten. Im eingefahrenen Zustand sorgen die Federn dafür, das das Abdeckband glatt in der Flügeloberflche liegt.

Rumpf:
Der Rumpf (mit integraler Seitenflosse) ist in Schalenbauweise mit Hilfsspanten ausgeführt. Das Vorderteil wird durch die im Cockpit einlaminierte Sitzwanne versteift. Das Mittelteil ist durch einen Rahmen versträkt. Der hintere Teil wird durch eingeklebte Spanten ausgesteift. Pedale und Rückenlehne sind verstellbar und ermöglichen Piloten verschiedener Größen eine angenehme und ermüdungsfreie Sitzposition. Die Einstellung muß am Boden vorgenommen werden. Die einteilige Cockpithaube öffnet mit Unterstützung einer Gasfeder nach vorn oben. Zwei Bolzen verriegeln die geschlossene Haube. In der Rumpfnase befindet sich der gemeinsame Einlass für Gesamtdruck und Lüftung. Die Abnahmen für den statischen Druck befinden sich an den Rumpfseiten. Der zweiteilige Instrumentenpilz besteht aus einem oberen Teil, der an der Haube befestigt ist, und einem unteren feststehenden Teil. In der Rumpfnase, vor dem linken Pedal, ist Platz für ein Trimmgewicht von 6,5kg.

Die Kupplung für den Flugzeugschlepp befindet sich im vorderen Rumpfbereich. Die Schwerpunktkupplung für den Windenstart kann auf Wunsch am Hauptfahrwerk eingebaut werden.

Leitwerk:
Die Höhenflosse und auch die Höhenruder sind in Sandwichbauweise hergestellt, das Seitenruder und auch die Hhenruder sind eine bespannte GFK-Rahmenstruktur. Die Ruder sind teilweise massenausgeglichen. Das Höhenleitwerk wird mittels horizontalem Bolzen und vertikaler Schraube am Rumpf befestigt.

Fahrwerk:
Das einziehbare Hauptfahrwerk wird im eingefahrenen Zustand von zwei Klappen aerodynamisch sauber abgedeckt. Das Spornrad ist fest. Haupt- und Spornrad sitzen jeweils in einem gegen den übrigen Rumpf abgeschlossenen Schacht. Das Hauptrad ist mit einer mechanischen Bremse ausgestattet, optional kann ein TOST-Rad mit hydraulischer Scheibenbremse eingebaut werden. Die Radbremse ist mit dem Bremsklappenhebel gekoppelt.

Steuerungssysteme:
Seitenruder, Schleppkupplung und Radbremse werden durch Seilzüge betätigt. Höhen-, Querruder und Bremsklappen durch Stoßstangen. Der Trimm-Mechanismus wirkt durch einen Federtrimmhebel, der sich unten am Steuerkünppel befindet. Die Radbremse ist mit den Bremsklappen gekoppelt. Beim Zusammenbau der Tragflächen und des Höhenleitwerkes kuppeln die Antriebe der Höhenruder sowie der Bremsklappenantrieb selbsttätig ein, die SZD-Schnellverschlüsse der Querrudersteuerung müssen von Hand verbunden werden.

Swift S-1

  

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