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Grunau Baby IIb: weltweit meist gebauter Segler der 30er und 40er Jahre

Grunau Baby IIb

Technische Daten:         Erstflug:  1933  

Grunau Baby 2b
(ILA 2002)

Hersteller: Segelflugzeugbau Scheider, Grunau - Besatzung: 1 - Spannweite: 13,50 m - Länge: 6,50 m - Höhe: 1,35 m - Leergewicht: 137 Kg - Abfluggewicht: 227 Kg max. - Höchstgeschwindigkeit: 200 Km/h - Gleitzahl: 17 bei 55 Km/h -

Beschreibung:

Das einsitzige Schulsegelflugzeug “Grunau Baby” ist der weltweit meist gebaute Segler der 30er und 40er Jahre. Der Entwurf geht auf das von E. Schneider und W. Hirth 1931 gebaute Grundmuster zurück.

Um den Anforderungen des Schulbetriebes zu entsprechen, wurde es besonders robust ausgelegt und sollte billig und einfach nachzubauen sein. Der Name verweist auf Hirths Flugschule im schlesischen Grunau. Das ab 1933 fliegende Baby wurde in den folgenden Jahren ständig verbessert und erhielt einen zusätzlichen Hilfsholm, eine vergrößerte Spannweite, eine verstärkte Flügelbefestigung sowie ab 1938 eine Sturzflugbremse.

Zu seiner großen Verbreitung - auch im Ausland - trugen einige Segelflugrekorde bei, wie z.B. der 36,5 Stunden Dauerflug Kurt Schmidts von 1933 oder Hanna Reitschs Frauen-Streckenflugrekord von 1934. Neben der “SG-38” war das “Baby” das Standardflugzeug der verschiedenen Fluggruppen und der paramilitärischen Pilotenausbildung in den NS-Fliegerkorps.

Auf “Baby” geschulte Hitlerjugend sollte 1944 - also unmittelbar nach Lehrgangsende - in die Ausbildung auf dem Raketenjäger  “Me-163” geschickt werden. Zu diesem späten Zeitpunkt des Krieges hatten diese Maßnahmen jedoch keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis der Auseinandersetzung - insbesondere, wegen Materialknappheit und weil die Ausbildung viel zu kurz war.

Die Firma “Petra” stellte das “Baby” bis 1945 individuell her. Jedoch entstanden die meisten in dieser Zeit bei den Fliegergruppen nach Werksplänen im Eigenbau.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Produktion erneut aufgenommen, so dass mit diesen Nachkriegsbauten seit 1933 weltweit 5.000 “Grunau Babys” entstanden. Das im Museum ausgestellte Exponat ist ein Nachkriegsprodukt, das noch bis 1977 flog. Nach einer Überholung erhielt das “Baby” die Kennung der Flugsportgruppe des Luftgaus VII.

 

  

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