Ihre Meinung
Ihre Fragen

 Typensuche:

Militärflugzeuge
Transportflugzeuge
Geschäftsflugzeuge
Kleinflugzeuge
Oldtimer
Helikopter

Piloten, Luftfahrt, Flugzeuge, Hubschrauber, Aviation, Militärflugzeuge, Transportflugzeuge, Sportflugzeuge, Kampfjet, Luftwaffe, Airbus, Eurocopter, Boeing, Antonow

Lexikon der Flugzeuge von Wolfgang Bredow (Berlin-Spandau)

Lockheed F-104 G Starfighter: “Witwenmacher” oder “Heißer Ofen” ?

Lockheed F-104 Starfighter - einstrahliges Kampfflugzeug der Lockheed Corporation

allgemeine Beschreibung des “Starfighter”:  Bundeswehr ab 05.10.1960

Mit diesem Fluzeug verbinden sich viele Schlagworte: “Heißer Ofen”, “Traumflugzeug”, aber auch “Witwenmacher” und “Starfighterkrise”. Vor allem in der Anfangsphase der Nutzung nimmt die Anzahl der vielen Abstürze einen hohen Stellenwert in der Öffentlichkeit ein. Der verstorbene Politiker Franz Josef Strauß - damals Verteidigungsminister - betrieb maßgeblich die Anschaffung dieses Flugzeuges. Der Vorwurf der Bestechung stand in der öffentlichen Diskusion im Raum, konnte aber nicht bewiesen werden. Wegen der vielen Abstürze entwickelt sich später in diesem Zusammenhang die sog. “Spiegelaffäre”, da die linksliberale Zeitschrift unter der Überschrift “nur bedingt abwehrbereit” die Schwächen der damaligen Bundeswehr zur Diskusion stellte. Dies wurde von konservativen Kräften um F. J. Strauß als Geheimnisverrat interpretiert. Im sich daraus entwickelten Gerichtsverfahren wurde der Herausgeber “Rudolph Augstein” in allen Punkten freigesprochen und rehabilitiert.

Jeder 6. Pilot dieser Maschine stürzte ab, wovon etwa 20 Prozent der Abstürze tötlich verliefen. Die Abstürze des ursprünglich nur für “schönes Wetter” konzepierten leichten Abfangjägers “Starfighter” fanden wohl deshalb statt, weil die Maschine nachträglich mit vielen Geräten und zusätzlicher Bombenlast aufgerüstet wurde, obwohl sie dafür nicht gebaut wurde. Sie war m.E. schlichtweg überladen.

Die F-104 G (“G” steht für Germany) war das erste in Lizenz gebaute Flugzeug der Bundeswehr. 1958 fiel die Entscheidung für die Anschaffung von 916 Stück. Das Flugzeug konnte als Jagdbomber, Abfangjäger, Aufklärer und zur Bekämpfung von Seezielen eingesetzt werden. 

Lockheed F-104 G Starfighter:  “Witwenmacher” oder “Heißer Ofen” ?

Technische Daten:

Geschichte und 
Versuche der F-104 Doppelsitzer
TF 104 G andere Ansicht
(Museum Speyer)

Hersteller

Lockheed Aircraft Corporation

Besatzung

1 Pilot

Typ:

Jagdbomber

Länge:

16,70 m

Flügelspannweite:

6,70 m

Höhe

ca. 4,10 m je nach Beladung

Flügelfläche:

18,22 m²

Flügelstreckung:

2,22

Leergewicht:

6.387 kg

Maximales Startgewicht:

11.720 kg

Höchstgeschwindigkeit:

2.100 km/h in 12.200 m Höhe

Steiggeschwindigkeit:

208 m/s

Dienstgipfelhöhe:

15.240 m

Einsatzradius:

ca. 1.000 km

Überführungsreichweite:

ca. 2.600 km m. Zusatztanks

Besatzung:

1 Pilot

Triebwerk:

1 x General Electric J79-GE-11A-Strahltriebwerk

Schubkraft

ohne Nachbrenner: 47,50 kN

.

mit Nachbrenner: 70,9 kN

Stückpreis: 4

1,42 Millionen US-Dollar. (1961: 6 Millionen DM)

Bewaffnung:

1 x 20-mm-Gatlinggeschtüz

.

    M61A1 Vulcan mit 725 Schuss

.

4 AIM-9 Sidewinder-Raketen

.

5 Außenlastenträger mit 1.820 kg

Lockheed F-104 G Starfighter - Kampfflugzeug der Lockheed Corporation

Geschichte des Starfighters in der BRD: Der Starfighter war von 1962 an das wichtigste Kampfflugzeug in mehreren europäischen NATO-Staaten. Bei Produktionsende 1979 war die F-104 das am meisten verbreitete Mach 2 Jagdflugzeug des westlichen Bündnisses.

Bereits während des Koreakrieges begann die Entwicklung eines Überschalljagdflugzeuges. Es flog am 28. Februar 1954 zum ersten mal. Nach Einsatzversuchen mit der “F-104 A” forderte die USAF die Weiterentwicklung zum Jagdbomber. Die Bundesrepublik war vom Potenzial des Starfighter überzeugt und verlangte eine Anpassung an europäische Verhältnisse. Er sollte die Aufgaben eines Jagdbombers mit Nuklearoption, eines Aufklärungsflugzeuges und eines Allwetterjägers erfüllen. “Allwettertauglich” war er nicht. Im April 1961 trafen die ersten F-104 G in Deutschland ein. Die anderen Maschinen wurden von mehreren deutschen Firmen (z.B. Messerschmitt) in Lizenz produziert.

Das Jagdbombergeschwader 31 “Boelcke” in Nörvenich erhielt als Erstes das neue Flugzeug. Ihm folgten 7 weitere Geschwader. Eine Vielzahl von Abstürzen stellte die Flugsicherheit des Typs in Frage. In den ersten 7 Jahren stürzten 90 Maschinen ab, bis zur Außenmusterung 292, wobei 108 Piloten den Tod fanden (nur in Deutschland !!) Die letzte F-104 G wurde erst am 22. Mai 1991 außer Dienst gestellt.

Lockheed F-104 - Testrohr
Lockheed F-104 - einstrahliges Kampfflugzeug der Lockheed Corporation
Lockheed F-104 - Tragfläche
F-104 Starfighter - Cockpit

Schleudersitz: Martin Baken MK-GQ-7A

Verwendung in Luftfahrzeug

F-104 G Starfighter

Herstellerfirrna

Martin-Baken (England)

Verwendungzeit

1968-1985

Gewicht

116 kg

Temperaturbereich

-54 °C bis +71°C

Beriebsbereich

0-m / 0-1100 km/h

Beschleunigung max.

14 G

Beschleunigungsphase

0,5 sec.

Ausschußhöhe

80 m

Antriebsart

Pyrotechnik

Betriebsart

automatisch

.

.

F-104 Starfighter - Schleudersitz Martin Baken MK-GQ-7A

Infrarot-Rakete AIM-9B “Sidewinder”

Infrarot-Rakete AIM-9B Sidewinder

Der Infrarotsensor der Sidewinder war nicht gekühlt, das Sucherfenster bestand aus Silizium. Aufgrund der damaligen einfachen Elektronik (Vakuumröhren) des ungekühlten Suchers und der langsamen Datenverarbeitung konnte die Rakete nur direkt auf das Triebwerk des gegnerischen Flugzeugs gerichtet werden und war noch nicht in der Lage, Ausweichmanöver nachzuvollziehen. Der Thiokol Mk.17 Festbrennstoffmotor lieferte Schub für ca. 2,2 Sekunden.

Das Triebwerk General Electric J-79

Triebwerk General Electric  79-J

 

[Home] [Inhaltsverzeichnis] [Luftwaffenmuseum] [Sinsheim-Speyer] [Museum Duxford] [US Air Force] [Air and Space] [RAF Museum] [Museum Cosford] [Heli-Museum] [ILA 2010] [ILA 2008] [ILA 2006] [ILA 2004] [ILA 2002] [ILA 2000] [Le Bourget 2007] [Berlin Tegel] [diverse Flugtage] [Berlin Schoenefeld] [Düsen und Motore] [Drohnen / Raketen] [Panzer / Kanonen] [Autos] [MS Flugsimulator] [Impressum]

 

Google
Web www.bredow-web.de