|
Geschichte und Einsätze dieser Rakete:
Die SA-2 wurde ab 1959 hergestellt und sollte manövrierende, hoch fliegende Bomber, wie die amerikanische Boeing B-52 Stratofortress, abfangen. Zwischen 1959 und 1964 wurden in der Sowjetunion über 600 SA-2 Raketenstellungen durch amerikanische Aufklärung entdeckt. In den 60er Jahren hatte die UdSSR bis zu 1000 SA-2 Systeme zum Schutz fast aller militärischen, rüstungstechnischen und zivilen Einrichtungen installiert. Auch in der ehemaligen DDR wurden einige SA-2 Regimenter eingerichtet.
1961 wurden erstmals von amerikanischen U-2-Aufklärungsflugzeugen auch SA-2-Stellungen auf Kuba entdeckt. Während der Kuba-Krise wurde am 27. Oktober 1962 eine Lockheed U-2 durch eine SA-2 abgeschossen. Der US-Pilot, Major Rudolph Anderson, kam ums Leben.
Während eines Fluges Am 1. Mai 1960 kam es über dem Uralgebirge zu einem spektakulären Zwischefnall. Eine Lockheed U-2 geriet in den Wirkungsbereich der sowjetischen Luftabwehrraketen des Typs S-75 und wurde abgeschossen. Der Pilot namens Powers, der sich mit dem Schleudersitz gerettet hatte, wurde nahe Swerdlowsk gefangengenommen. Der unter großem internationalen Interesse folgende Schauprozess, in dem Powers zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, wurde von den USA als empfindliche Demütigung empfunden. In Folge der Blamage wurden zumindest die Flüge über der UdSSR eingestellt.
Im Vietnamkrieg setzte Nordvietnam SA-2 ein. Schon 1965, kurz nach Beginn der US Luftoffensive Operation Rolling Thunder, wurden die ersten Anlagen installiert. Obwohl amerikanische Aufklärer die Installationen ausmachen und identifizieren konnten, wurden sie zunächst nicht bombardiert. Erst nachdem erste Verluste zu verzeichnen waren, wurden die SAM Stellungen angegriffen. Die SA-2 stellte in Nordvietnam einen zentralen Bestandteil der integrierten Luftverteidigung dar und wurde zur Bekämpfung von hoch fliegenden Zielen eingesetzt. 1972 waren 65 SA-2 Stellungen in Vietnam verteilt. Während der US-Operation Linebacker II im Dezember 1972 an der die USA an 11 Tagen rund 739 Boeing B-52-Angriffe und ca. 1.200 Angriffen von Kampfflugzeugen auf die Städte Haiphong und Hanoi flogen und bombardierten, konnte die nordvietnamesische Luftverteidigung 15 B-52-Bomber und 10 Kampfflugzeuge durch den Typ SA-2 Guideline abschießen.
Während des Jom-Kippur-Kriegs im Oktober 1973 war sie ein wichtiger Schutz für die ägyptische Offensive gegen israelische Stellungen auf dem Sinai und gegen die israelischen Mirage- und Phantom-Kampfflugzeuge.
In Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts war die SA-2 weit verbreitet und ist zum Teil bis heute zu finden, obwohl sie technisch inzwischen veraltet ist. Auch in Nordkorea befinden sich noch immer viele Komplexe im Dienst und wurden vermutlich auch verbessert.
|