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Entstehungsgeschichte des Zerstörers:
Der Ursprung der Entwicklung von Zerstörern liegt in den taktischen Forderungen der Reichswehr, die als „Rüstungsflugzeug II“ zunächst einen 1-motorigen, 2-sitzigen Jäger, Aufklärer und leichten Bomber forderten. 1934 wurde das Konzept des „Rüstungsflugzeugs III“ entwickelt. Die zugehörige Studie des Führungsstabes der Luftwaffe führte den Begriff des “Zerstörer” für einen 2-motorigen Begleitjäger ein, mit beweglich eingebauter Kanonenbewaffnung, die ein nach vorne und aufwärts ausgerichtetes Schussfeld haben sollte. Aufgabe des Zerstörers war der Begleitschutz für Bomber durch die Bekämpfung feindlicher Abfangjäger. Da bei damaligem Stand der Technik ein schwerer Jäger großer Reichweite leistungsmäßig nicht mit einem leichten Abfangjäger konkurrieren konnte, war die Wahl einer beweglichen Bewaffnung eine Möglichkeit, den Leistungsnachteil wettzumachen. Durch die hohen Anforderungen an Bewaffnung und Reichweite wäre nach diesem Konzept ein Flugzeug von der Größe eines leichten Bombers entstanden.
Die geforderten Leistungsmerkmale stellten folglich von Anfang an ein Absurdum dar. Einerseits sollte der Kraftstoffvorrat der Maschinen groß genug sein, um die Bomber auf ihrer ganzen Wegstrecke zu begleiten, andererseits sollten die Maschinen die Wendigkeit der 1-motorigen Maschinen besitzen. Da aber beides nicht möglich war, wurde die Maschine ein Kompromiß. Das Versuchsmuster zeigte zwar eine überragende Geschwindigkeit, die Wendigkeit war aber so ungenügend, dass der Messerschmitt Bf 110 im Einsatz selber Begleitschutz durch die “Bf 109” zur Seite gestellt werden mußte.
Das Ziel, den „Kampfzerstörer“ auch als Bomber einzusetzen, wurde deshalb zunächst nicht länger verfolgt. Die Rolle des Schnellbombers wurde schließlich der Junkers Ju 88 zugeschrieben. Die Bf 110 wurde wieder zum Mehrzweck-Kampfflugzeug, also zum Jäger, Jagdbomber und Aufklärer.
Die Messerschmitt Me 210 sollte die Schwächen der Bf 110 ausgleichen, einen internen Bombenschacht besitzen und mit Sturzflugbremsen ausgerüstet auch als Sturzkampfflugzeug eingesetzt werden. Die neue Maschine sollte klein und wendig sein, Ziele am Boden mit Bomben und feindliche Flugzeuge mit Bordwaffen bekämpfen können. Da die neue Maschine langsamer als feindliche Jäger werden würde, wurde eine weiter verstärkte Abwehrbewaffnung gefordert.
Die Maschinen sollten die gleichen DB 601-Triebwerke erhalten, die bei der damaligen C-Version der Bf 110 Verwendung fanden. Sie hatten Hochleistungs-Flügelprofile für günstigere Geschwindigkeitsbereiche und eine an den Rumpfbug verlegten Führerkabine mit starker Verglasung
Der erste unbewaffnete Prototyp, die Me 210 V-1, absolvierte ihren Erstflug am 2. September 1939 noch mit Doppelleitwerk. Die Me 210 V-2 war bereits voll bewaffnet, was auch die zwei in den Rumpfseitenwänden ferngesteuert nach hinten schießende MG anbelangte. Zur Erlangung eines besseren Schussfeldes wurde auf das doppelte Seitenleitwerk verzichtet.
Göring stoppte 1942 die Produktion jedoch wegen starker Mängel. Es stellte sich heraus, dass das Modell zum Überziehen und Trudeln neigte, was eine Reihe schwerer Flugunfälle nach sich zog.
354 Maschinen waren bis zu diesem Zeitpunkt gebaut worden. Es zeigte sich jedoch, dass die gebauten Maschinen umgebaut werden konnten. Sie erhielten einen verlängerten Rumpf, Vorflügel und verstärkte Fahrwerke sowie eine zuverlässigere Abwehrbewaffnung. Beide Arten - neu und alt - wurden als Me 210 A-1 bezeichnet. Die Serienfertigung der Me 210 lief im April 1941 an. Bis zum Baustop im März 1942 wurden etwa 585 Maschinen gebaut, z.T. auch in Ungarn und aus Umbauten und alten Baugruppen. Andere Quellen gehen sogar von 700 aus (?).
Da sich der Motor aber recht bald als zu schwach herausstellte, wurde als Ersatz der Motor DB 603 A verwendet. Die neuen Maschinen wurden als Me 410 „Hornisse“ bezeichnet. Die ersten 460 Flugzeuge entstanden aus Me 210-Baugruppen und wurden ab Januar 1943 ausgeliefert. Im November 1943 wurde die Serienfertigung der Me 410 A-3, im Januar 1944 der Neubau der Me 410 A-1/U2 und im Februar 1944 der Neubau der A-1 aufgenommen.
Insgesamt wurden bis September 1944 etwa 1.190 “Hornissen” mit verschiedenen Waffenkonfigurationen hergestellt. Eingesetzt wurden sie unter anderem zur Bombardierung der englischen Südküste sowie zur Abwehr der alliierten Bomberverbände als auch als Aufklärer.
Da die von Messerschmitt entwickelten Nachfolgetypen Me 210 und Me 410 auf den Tageinsatz als Zerstörer und sturzkampffähiger Schnellbomber ausgelegt waren, eigneten sie sich nicht als Ersatz für die Bf 110 in der Rolle des Nachtjägers, so dass die Bf 110 bis Anfang 1945 in Produktion blieb.
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