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Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin-Spandau)

Nord Aviation Nord 1100: franz. Version der Messerschmitt Me 208 / 108 mit Bugrad

Nord Aviation Nord 1100

Technische Daten:   Baujahr: 1946

Typ

4-sitziger Kabineneindecker

Hersteller

SNCAM

Triebwerk

1 x Renault 6Q 10 oder Q11

Art

Reihenmotor

Leistung

jeweils 235 PS (173 kW)

max. Geschwindigkeit

305 km/h

Dienstgipfelhöhe

5.900 m

Reichweite

1.200 km

Länge

8,53 m

Spannweite

11,48 m

Höhe

3,25 m

Tragflügelfläche

17,37 qm

Leermasse

950 kg

Startmasse

1.645 kg

Beschreibung:

Die Nord Aviation Nord 1100 ist ein 4-sitziger Kabineneindecker, der als Reise- und Sportflugzeug verwendet wurde und militärisch als Verbindungsmaschine diente. Die Flugzeuge des Musters Nord 1100 teilten sich in zwei Gruppen. Die zivilen Versionen liefen unter der Bezeichnung "Noralpha", die militärischen unter "Ramier".

Nord Avions baute in den Jahren 1943/44 für die Deutschen zwei Prototypen der Messerschmitt Me 208. Das Exemplar, das zum Zeitpunkt der Befreiung noch bei SNCAN existierte, erhielt die Bezeichnung Nord 1100 Noralpha.

Die mit einem Renault 6Q 10 ausgestattete Maschine wurde zur Nord 1101 weiterentwickelt. Die Version mit dem Renault 6Q 11-Motor erhielt die Bezeichnung Nord 1102. Die beiden Motoren unterschieden sich voneinander durch ihre Drehrichtung. Bei den französischen Streitkräften wurden die Flugzeugmuster entsprechend als Ramier I und Ramier II bezeichnet.

Im Prinzip war das Muster die französische Version der Messerschmitt Me 208, einer mit einem einziehbaren Bugrad-Fahrwerk weiterentwickelten Nachfolgerin des Reiseflugzeuges Messerschmitt Bf 108 Taifun. Die Ähnlichkeit der Typen hat Geschichte, denn die Deutschen hatten Anfang 1942 die Produktion der Messerschmitt Bf 108 Taifun zur SNCAN nach Nordfrankreich ausgelagert. Nach der Befreiung Frankreichs 1944 setzte Nord die Fertigung unter der Bezeichnung Nord 1000 Pengouin fort. Ab 1945 wurde lediglich wegen Nachschubmangels der zuvor verwendete Kolben-V-Reihen-Motor Argus As 10 c mit einer Motorleistung von 240 PS durch den Renault 6Q11 mit 235 PS ersetzt. Bald wurde auch ein vierter Sitzplatz hinzugefügt.

Ab 1946 produzierte Nord insgesamt 200 Maschinen dieser beiden Muster. Sie waren bei den Luftstreitkräften und der Armée l'Aeronavale bis 1963 im Einsatz. Manche Maschinen werden heute noch als Liebhaberstücke geflogen.

Unbekannt

 

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